Patienten mit Hirnstamminfarkt sind entweder
in Folge ihrer sehr ausgeprägten Symptome oder aber wegen der bestehenden
Risiken des weiteren Krankheitsverlaufes in jedem Fall in einer
qualifizierten Rehabilitationsklinik weiter zu versorgen. Für Patienten mit
ausgedehnten Hirnstamminfarkten, die tracheotomiert werden mussten (Tracheostoma
= Luftröhrenschnitt) und teilweise beatmungspflichtig sind, können nur
spezialisierte Zentren mit eigenen Intensivstationen und Beatmungsplätzen
eine angemessene Versorgung sicherstellen. Bei bestehenden hochgradigen
Lähmungserscheinungen, die häufig nur eine langsame Rückbildungstendenz
zeigen sind auf den Einzelfall abgestimmte Lagerungsmaßnahmen durch
erfahrene Pflegekräfte und Physiotherapeuten besonders wichtig, um
Wundliegen, Schmerzen und Geschwüre zu vermeiden. Trotz dieser schwersten
Beeinträchtigungen wird eine frühest mögliche Mobilisierung in den Sitz
angestrebt.
Bei Patienten mit ausgeprägtem
Hirnstamminfarkt liegt neben der schweren Tetraparese (Lähmung aller vier
Extremitäten) immer auch eine
insuffiziente (schwache) Atmung und eine Schluckstörung (Dysphagie) vor.
Beim Hirnstamminfarkt entstehen oft zusätzliche schwere Beeinträchtigungen
wie Sensibilitätsstörungen im Bereich des Kehlkopfes und das Unvermögen,
Speichel wegzuschlucken. Die Gefahr einer Aspirationspneumonie
(Lungenentzündung durch Aspiration) muss als ausgesprochen hoch eingeschätzt werden.
Es muss häufig über längere Zeit eine Ernährung über die Magensonde
erfolgen.
Erst nach eindeutiger stabiler Befundbesserung und erneut durchgeführten
Kontrolluntersuchungen kann die Entscheidung über die Entfernung der
Trachealkanüle sowie der Magensonde getroffen werden. Abhängig vom
Einzelfall kann eine begrenzte oder vollständige normale Ernährung wieder
erreicht werden.
Physiotherapeuten und Ergotherapeuten
erarbeiten gemeinsam eine Verbesserung des Haltungshintergrundes. In vielen
Fällen ist die Lähmung der Extremitäten unterschiedlich ausgeprägt, so dass
nach längerem Training zumindest eine Hand für Alltagsaktivitäten eingesetzt
werden kann. Bei langer Behandlungsdauer können auch Patienten mit
ausgeprägten Lähmungserscheinungen die unterschiedlichen Möglichkeiten der
Gangrehabilitation (Gangtrainer, Laufbandtraining) durchlaufen und eine
begrenzte Selbsthilfefähigkeit erreichen.
