Schwerpunkt der frühgeschichtlichen Abteilung ist das Fundgut des großen awarenzeitlichen Friedhofs "An der goldenen Stiege" , das 1968 - 1975 aus rund 500 Körpergräbern geborgen werden konnte. Etwa 4000 Beigaben ermöglichen aufgrund ihrer typischen Verarbeitung und Form eine Datierung von der Mitte des 7. bis zum Anfang des 9. Jahrhunderts. Bauarbeiter hatten beim Neubau von Einfamilienhäusern am Fuße des Frauensteins menschliche Knochen gefunden und das Museum Mödling verständigt. Vom Bundesdenkmalamt wurde dem Museum die Bergungsgenehmigung erteilt.
Besonders wertvolle Grabbeigaben sind die rund 40 awarischen Prunkgürtel. Diese Würdezeichen ranghoher Männer waren mit kunstvollem Metallzierat geschmückt. Anfangs waren diese in Presstechnik aus Blech hergestellt, später wurden sie aus massivem Bronzeguss erzeugt. Unter den vielfältigen Verzierungen taucht häufig die Gestalt des "Greifs" auf. Gegen Ende der awarischen Kunstentwicklung erhielten die Gürtelbeschläge eine runde Form.
In den Männergräbern fand man verschiedenste Waffen, darunter auch Reste von awarischen Reflexbögen, den gefürchteten Waffen des Reitervolkes der Awaren. In den Frauengräbern gab es Diademe, Perlenketten, präzise gearbeitete Knochenkämme, Ohr- und Fingerringe aus Bronze, Silber und Gold sowie Mantelverschlussscheiben. Ein sensationeller Fund, der ein überaus wertvolles, einmaliges historisches Dokument darstellt, ist ein Paar scheibenförmiger Gewandschließen mit der einzigen authentischen Darstellung eines awarischen Bogenschützen auf der vergoldeten Vorderseite. Diese Darstellung war auch Leitbild der Awarenausstellung 1977, die mehr als 25.000 Besucher nach Mödling lockte und Mödling und sein Museum international bekannt machte.