Reisebericht Algerientour 2003


6.Fahrtag:


Nach dem nächtlichen Abenteuer ist uns wenigstens der Wettergott gnädig. Es fängt erst leicht zu regnen an, als wir schon das 5.Lager abgebrochen haben und die steile Schlucht zur Strasse zurück ist noch befahrbar. In Ohanet, einem winzigen Ort, füllen wir Treibstoff und Wasser nach, kaufen in den 2 Miniläden noch möglichst viel Brot und Joghurt ein und sind bereit für das Abenteuer der weglosen Durchquerung des Erg Issaouane mit den über 100m hoch aufragenden Dünen.

Vor dem Nachahmen der Durchquerung, für die wir nur 3 Tage brauchen, sei jedenfalls gewarnt. Wir verdanken die schnelle Durchfahrt bis zur nächsten Piste nur unserem sehr erfahrenen Führer und dem Umstand, dass es zwar öfters leicht regnet und der Sand daher sehr fest ist, es andererseits aber nicht so stark regnet, dass die Dünen unpassierbar werden oder die Ebenen sich in Seen verwandeln.


grün: Fahrtroute durch Erg Issaouane

Hilfe ist in dem menschenleeren Gebiet nicht leicht möglich und auch das GPS zeigt keinen Weg durch die Dünen, selbst das Zurückfahren auf der aufgezeichneten Route ist in den Dünen nicht möglich, da man zwar meist die steile Dünenseite hinunter- aber nicht mehr hinauffahren kann.

Die wechselnden Lichtverhältnisse, Sonne - Wolken – Regenschauer, lassen den Sand in ständig anderen Farben leuchten, was auch erfahrene Saharafahrer extrem selten zu Gesicht bekommen. Zu verdanken ist dies einer riesigen Regenfront, die von Marokko quer über den Kontinent bis nach Ägypten reicht.

Unser 6.Lager schlagen wir in der Nähe eines ausgetrockneten Sees auf, der eine zerfurchte ebene rote Oberfläche hat. An seinen Ufern finden wir noch Spuren ehemaliger Besiedelung, wie Reibsteine und Reibschalen.

Nach dem regnerischen Nachmittag geniessen wir die Abendsonne und ich nütze die Gelegenheit um einige Dünen in der Nähe zu besteigen und Fotos zu machen.

steinige Ebene

ausgetrockneter See

Fahrt zur nächsten Düne

Dünenschlange im Abendrot

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