VADA und
DAS THEATER DER LETZTEN SEITE
Theatrale Conzeption für das 3. Jahrtausend
VADA sieht, daß mehr Menschen denn je Kunst produzieren, ohne dabei fundierte Konzepte zu verfolgen und ohne sich jeglicher Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen von Kunstschaffenden bewußt zu sein.
VADA weiß viel.
VADA weiß auch, daß Wissen eklektisch und Neues ein Gerücht ist.
Aber!
Entwicklung heißt nicht nur Anhäufung.
VADA sagt: Kunst muß wieder nachhaltiger entwickelt werden.
VADA ruft den Dokumentationsfuturismus, den Dokukubofuturismus, den Dokudadaismus, den Agrofuturismus und den Agrokubodadaismus als kunsthistorisch adäquate Bewegungen für den Beginn des 21. Jahrhunderts aus.
VADA ist der Verein zur Anregung des dramatischen Appetits. VADAs Ziel ist die technische sowie geistige Weiterentwicklung des Sprechtheaters in theoretischen sowie praktischen Hieben. Dabei knüpft VADA vor allem an die Konzepte der Avantgarde der letzten Jahrhundertwende an, die von unseligen und -zähligen Weltkriegen vernichtet wurden. VADA greift die Vorgaben der russischen Kubofuturisten, der Oberiuten und dAdaS sowie die theoretischen Arbeiten Karl Valentins, Paul Scheerbarts, Antonin Artauds und anderer dramatischer Giganten auf – kombiniert sie mit Einflüssen moderner Vorbilder wie Adolfo Assor (Garn Theater Berlin) oder Ljudmila Roshkovan (Teatr-studija Tschelovek) – und generiert daraus den Weg des Theaters in ein neues Jahrtausend.
Die theoretischen Erkenntnisse VADAs werden von den Plotmonteuren des «Theaters der letzten Seite» in die Praxis umgesetzt.
«Der Plotmonteur ist Chef-Archivar des Weltengeistes. Er revitalisiert das Alte Wort mit der Geometrie futuristischer Künstleringenieure und der Genußlust des Kosmischen Theaters.» (aus dem Manifest der Plotmonteure)
Die «Plotmontage» ist ein seit den 20er Jahren vereinzelt angewandtes Verfahren der Kompilation von Kurzzitaten, das hauptsächlich auf Alexandr Rodtschenko, Raoul Hausmann und Erwin Piscator zurückgeht und eng mit der Entwicklung der Photomontage verbunden ist. Da diese höchst anspruchsvolle Technik in der zeitgenössischen Dramentheorie nur mangelhaft bis dilettantisch gestreift bis verrissen und real kaum inszeniert wird, sehen es die Plotmonteure als ihre Pflicht, diesem Genre zu bombastischen Reinkarnationen zu verhelfen.

In der Auswahl des literarischen Materials hockt ein Akzent auf selten gelesenen und gespielten Autoren.
Bei den Aufführungen kommt VADAs System der «Echtzeitbeleuchtung» zum Einsatz. Nicht zu vergessen die durch Nahrungsaufnahme bewirkte «Kamelsrhetorik» oder die «Vadaistische Vertikalverleiterung».
Die Spielorte werden nach ihrer Demokratietauglichkeit ausgewählt (siehe DEMOKRATISCHES THEATER), weshalb das «Theater der letzten Seite» nicht in schmucken Palazzi, sondern hauptsächlich in Wirtshäusern und Privatwohnungen anzutreffen ist.
Die Grundsätze Vadaistischen Theaterschaffens haben die Plotmonteure in ihrem Manifest «Das Theater der letzten Seite» verankert. Das Manifest wurde am 29. Juli 2005 erstmals in Villach verlesen, danach an weiteren ausgewählten Orten im deutschen Sprachraum. Am 19. Oktober 2005 wurde es in Moskau auch in russischer Sprache verkündet; am 05. Juni 2006 erstmals im zentralasiatischen Raum. Die Manifestverlesung ist bis heute Bestandteil der Produktionen des «Theaters der letzten Seite» und wird dies vorläufig bleiben, bis die ganze Welt den Vadaismus mit der Schöpfkelle frisst.
Das Vadaistische Manifest wurde am 24. April 2008 in der ST/A/R Zeitung (Nr.18/08) publiziert.
«Wir
sind die Evolutionstechniker, sind die Entwicklungshelfer der
Literaturgeschichte.
Wir sind geboren, wo Antonin Artaud, Karl Valentin und Paul Scheerbart getötet
wurden und wo Alexander Rodtschenko, Raoul Hausmann und Johannes Baader nicht
mehr zum Drama gefunden haben.
Unsere Technik sei die Plotmontage.» (aus dem Manifest der Plotmonteure)
VADA ist darüberhinaus
INTERNATIONAL
VADA pflegt ideellen Austausch mit Theater- und Literaturschaffenden im deutschen und im russischen Sprachraum. Zu VADAs Partnern gehören das Garn-Theater Berlin, das Konzeptuelle Theater Kirill Ganin (Moskau), das Kollektiv kärnöl (Villach), das Russische ST/A/R Theater Berlin, die Vereinigung der Sonnenpoeten (Penza-Kiev-Dnipropetrovsk), die Erleuchteten Androgynen (Moskau), das Klagenfurter Tischlereitheater u.a.
2005 wurde VADAs literarischer und politischer Keimling ONEX gegründet, eine Künstlervereinigung, die um den Austausch zwischen deutsch- und slawischsprachigen Kulturen bemüht ist. Das politische Programm ONEX' besteht anstandshalber in der kategorischen Nicht-Anerkennung nationaler Grenzen.
Seit 2006 unterhält VADA eine Koordinationsstelle in Moskau. «VADA/OB''EDA – Rußland-Ukraine-Zentralasien» beschäftigt sich unter der Leitung von Julia Izmajlova mit der Weiterentwicklung der darstellenden Kunst (insbesondere Sprechtheater, Jonglage, Fiery Arts) in Osteuropa und Zentralasien.
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