DAS MANGALITZA

From: IGWÖ
Date: 04/2007
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DAS MANGALITZA


Das Mangalitza Schwein gehört zu den letzten autochthonen Nutztierrassen Mitteleuropas. Der Name "Mangalica" bedeutet "walzenförmig", er könnte vom serbo-croatischem "mangala svinija" - "Schwein, das sich gut ernährt" oder vom rumänischen "mancare" - "essen" abgeleitet sein.

ZOOLOGISCHE EINTEILUNG

Das asiatische und europäische Wildschwein, Sus scrofa vitattus und Sus scrofa scrofa , sind die Urväter aller unserer Hausschweine. Die Rassen des Mangaliza Schweines fallen in die Gruppe der mitteleuropäischen (slaw.- und keltisch - iberischen) klein- und großohrigen Zuchten.

VORGESCHICHTE - DIE AHNEN DES MANGALITZA SCHWEINES

Die Berglandschaften des Karpatischen Beckens und Ausläufer der Alpen wurden im 18. Jahrhundert von sich langsam entwickelnden Schweinen des Bergschlags oder kaum domestizierten, dem Wildschwein ähnlichen Tieren, wie den "Walachischen Stacheln" besiedelt.


Schwein mit Eicheln. (Holzschnitt 1630) | Das Bergschwein in Ungarn | Ungarischer Fleischschweintyp (um 1800)

Zu den frühen Fettschweinen gehörten die Schweine der ungarischen Tiefebene (Alföld), das "Alföldi -" und "Szalonta Schwein" oder das transdanubische "Bakony Schwein". Auch das kroatische "Šiška Schwein" trägt zur Rassenbildung der Mangalitza Schweine bei.



Weidehaltung, Eichelmast und Herdentrieb ungarischer Fettschweine. (erste Hälfte 20 Jh.)

Der Schweinehirt (ung. Kanász) beweidete neben Eichenwäldern (Eichelmast) sumpfige Gelände und Ödland. Auch fand die Schweinefreilandhaltung auf Koppeln oder gemeinschaftlich genutzten Hutungen sowie Brach- und Stoppeläcker statt.


Ungarische Bakonyer Schweine. 2,5 Jahre alt, gemästet, blond. | Szalontaer Sau. 2 Jahre alt, mager. | Ungarische Mangalicza Schweine. 2 Jahre alt, nicht ganz gemästet, blond; Gewicht 370 Kilo pro Paar. (um 1900)

DIE ORGANISIERTE MANGALITZA ZUCHT

Die voranschreitende Landwirtschaft des 19. und 20. Jahrhundert konzentrierte die Schläge der kraushaarigen Schweine in Zuchten und entwickelte mittels Ein- und Verkreuzung vor allem serbischer "Sumadia -" oder kroatischer "Syrmien Schweine" die Rassen eines heute als "Mangalitza -" oder "Wollschwein" bekannten Fettschweintyps. 1927 wurde das Mangalitza Schwein offziell anerkannt.



Schweinemastanalge der Transdanubischen Schweinemast-A.G. in Györ. | Kanász - Schweinehirt mit gemästeten Mangalitza Schweinen aus der Domäne Doboz des Grafen Dionys Wenckheim. | Masthöfe der Schweinemastanstallt in Barcs.

DIE GESCHICHTE DER MANGALITZA SCHWEINE IN ÖSTERREICH

Das Mangalitza nährte als führendes Fettschwein die Bevölkerung der Österreichisch- Ungarischen Monarchie. Die Fleischproduktion erstreckte sich von Ungarn über das Burgenland und endete in den Wiener Schlachthöfen.


Schlachhof St. Marx | Schlachtbericht mit Preisliste von Kökényessy und Löwinger, Wien, St. Marx, 1914 (Prima Mangolicza Fettschwein - 120-123 ausnahmsweise 124 Heller) | Abrechnung für 36 Schweine, 1913

Ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts verdrängten Schweinerassen mit magerer Fleischqualität das Mangalitza Schwein. Ende der siebziger Jahre wurde in Österreich das Mangalitza Schwein nur mehr in National- und Tierparks oder vereinzelt von Kleinzüchtern für den Eigenbedarf gehalten.

Nach 1986 begann der Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen in Österreich (VEGH) als heute anerkannte tierzuchtrechtliche Organisation das Mangalitza Schwein zu betreuen. 1994 registrierte Prof. Franz Punz 43 Mangalitza Züchter die neben ein paar Schweinen der Rasse des Blonden Manglitza hauptsächlich Schwalbenbäuchige Mangalitza Schweine hielten. Zur Blutauffrischung führte Prof. Punz von 1989 bis 1990 weitere acht Linien Schwalbenbäuchiger Mangalitza Schweine aus den pannonischen Raum ein.

Ab 1994 organisierte Gerald Dunst im VEGH die Zucht und Herdbuchführung für Mangalitza Schweine. Im Rahmen des Österreichischen Programmes für umweltgerechte Landwirtschaft im Jahre 2000 (Öpul 2000) wurde die Interessensgemeinschaft der Wollschweinzüchter Österreichs (IGWÖ) gegründet. 2002 übernahm Christoph Wiesner die Leitung der IGWÖ, und Herdbuchführung für Mangalitza Schweine. Im Februar 2005 wurden drei weitere Eberlinien Schwalbenbäuchiger sowie drei Linien Blonder und erstmals drei Linien Roter Mangalitza Schweine aus Ungarn importiert. Heute gibt es in Österreich ca. 80 registrierte Mangalitza Züchter, mit einer Bestandsgröße um je zwei bis zehn Zuchttiere.

DIE HEUTIGEN RASSEN DES MANGALITZA

Die drei Rassen des Mangalizaschweins gehören zu den letzten bis in die Gegenwart erhalten europäischen Landrassen.

Das Blonde Mangalitza

Diese weit verbreiteste Art der Mangalitza-Schweine entstammt urungarischen Fettschweinen, die mit serbischen Sumadia Schwein veredelt wurden...
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Das Schwalbenbäuchige Mangalitza

Die Kreuzung des blonden Mangalitza mit dem kroatischen Syrmien Schwein ergab das Schwalbenbäuchige Mangalitza.
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Das Rote Mangalitza

Diese Mangalitza sind die Nachkommenschaft des urungarischen Szalonta-Schwein. Rote Mangalitza werden daher auch Neuszalonta genannt...
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Das Wildfarbene oder Braune Mangalitza (Baris) gilt als eine der ursprünglichen Rassen des Mangalitzas. Wie das Schwarze Mangalitza ist es heute ausgestorben. (eventuelle Populationen von Schwarzen Mangalitzaschweinen könnten in Serbien erhalten sein). Neben den einzelnen reinen Rassen existieren auch die "Ordas" genannten Kreuzungstiere Blonder und Schwalbenbäuchiger Mangalitza-Schweine.

> zur IGWÖ Mangalitza - Züchterliste



MANGALITZA . AT / IGWÖ - Kontakt: igwoe.zuchtbuch@utanet.at