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In den Monaten Mai und Juni des Jahres 2003 wurde die Mangalitza-Hofkörung durchgeführt. Zum ersten Mal seit Bestehen des Zuchtbuches für Mangalitzaschweine wurden alle Zuchttiere österreichweit einer Körkommission vorgestellt. Zusätzlich wurde auch eine Haltungskontrolle durchgeführt. Mitglieder der Kommission waren 2 Experten für das Mangalitzaschwein aus Ungarn, Lothar Fellner-Feldeck als Züchtervertreter, der jeweilige Gebietsbetreuer und der Zuchtbuchführer Christoph Wiesner. An 6 Tagen wurden 122 Zuchttiere der Kommission vorgestellt. Es wurden insgesamt 4452 Kilometer zurückgelegt. Obwohl die Kommission ehrenamtlich tätig war, fielen Kosten von über 2500 Euro an, die dankenswerterweise der VEGH übernommen hat. Trotz kleinerer Widrigkeiten konnten alle Betriebe in Österreich und ein Betrieb in Südtirol besucht werden. Die Kommission möchte sich bei allen Betrieben für die Gastfreundschaft recht herzlich bedanken. Als ein zentrales Ergebnis der Hofkörung steht der hohe Grad Reinrassigkeit. Es konnten nur einige Tiere festgestellt werden bei denen es sich offensichtlich um Kreuzungstiere mit anderen Rassen handelte. Die hohe Reinrassigkeit des Bestandes stimmte die Kommission sehr positiv. Leider trübte die massive Unterernährung und Unterentwicklung der Zuchttiere in einer großen Anzahl an Betrieben dieses Bild. Diese Haltung und fütterungsbedingte Mißstände wurden von der Kommission aufgezeichnet und sind hintanzuhalten. Einige "Fehlerlinien" fielen der Kommission auf, deren Ursprung meist festgestellt werden konnte. Aus heutiger Sicht sind ein Großteil dieser Fehler erste Anzeichen von Inzucht. Als bedeutenden Mangel ist der Pigmentverlust infolge von Inzucht angeführt. Graue Wolle und Unterwolle, speziell am Rücken, und bei starker Inzucht rosa Klauen sind teilweise bei einzelnen Tieren zu sehen. Nach Auswertung der Körunterlagen wurden zwei Indikatoren festgelegt.
Einerseits die Zuchtwertklasse Zwk, und andererseits die Konstitution.
Beide Werte setzen sich aus zwei Buchstaben zusammen. Den Hauptwert A,
B oder C und der Abstufung a oder b. Im folgenden sind die Werte in aufsteigender
Reihenfolge aufgelistet: Aa, A, Ab, Ba, B, Bb, Ca, C, Cb. Dies gilt sowohl
für die Zuchtwertklasse als auch für die Konstitution. So kann
ein fehlerloses, aber schlecht gehaltenes Tier durchaus die Zuchtwertklasse
A haben und bei der Konstitution ein C. Oder ein gut genährtes aber
augenscheinliches Kreuzungstier die Zuchtwertklasse C und Konstitution
A haben, um zwei Extreme zu zeigen. Die Ergebnisse der ersten Hofkörung zeigen eine durchaus positive
Entwicklung der österreichischen Mangalitzazucht. Trotzdem wurden
auch immer wieder Mängel aufgezeigt welche in der Zukunft abgestellt
werden müssen. Aufgrund dieser Ausgeglichenheit fiel es der Kommission
schwer einzelne herauszuheben. Trotzdem wird ein Betrieb für seine
durchwegs erstklassigen Zuchttiere ausgezeichnet. Es handelt sich hierbei
um den Betrieb der Züchterin Maria Hauser in 5662 Gries-Taxenbach.
Der Vorstand gratuliert zu diesem Bestand. |
MANGALITZA . AT / IGWÖ - Kontakt: igwoe.zuchtbuch@utanet.at |