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Klasse: Vögel

HÜHNER

Altsteirer Huhn
Sulmtaler Huhn
"Stoahendl"
"Siebenbürgenhuhn"

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SELTENE, HEIMISCHE NUTZTIERRASSEN UND KULTURPFLANZEN

Ursprüngliche Nutztierrassen in Österreich

HEIMISCHE HÜHNERRASSEN

Zwei der in österreich beheimateten Hühnerrassen sind im großen deutschen Geflügelstandard festehalten: der Altsteirer (weiß und wildfarbig) sowie das Sulmtaler Huhn. Das steirische "Stoahendl" stellt eine österreichsiche Zwerghuhnrarität dar. Mit seinem Namen erinnert das "Siebenbürgenhuhn" an sein Ursprungsgebiet aus Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Das asiatische Bankivahuhn (Gallus gallus Linnaeus 1758) ist der Stammesvater aller domestizierter Hühner. Das Bankivahuhn wurde als einzige Art der Unterfamilie der Fasanen (13 Gattungen mit 29 Arten) domestiziert. Zu Beginn der Rassehühnerzucht in Europa gab es drei Gruppen von Huhner: Dem Bankiva ähnliche Landhühner, asiatische Cochins und straff befiederte Kampfhühner. Aus diesen drei Typen setzt sich die Hauptmasse der etwa 150 heutigen Hühnerrassen zusammen.

Schon seit etwa 3200 v. Chr. wurden Hühner in Indien als Haustiere gehalten. In Ägypten galten um 4400 v. Chr. Hähne als Kulttiere. Im späteren Rom wurde aus ihrem Verhalten die Zukunft gedeutet. Immer noch verbreitet sind Hahnenkämpfe, aber vor allem werden Hühner wegen ihres Fleisches und ihrer Eier gehalten.

Gallus Gallus Linnaeus (Das Bankivahuhn) > Klasse: Aves (Vögel) Unterordnung: Carinatae (Kielbrustvögel) Ordnung:Galliformes (Hühnervögel) Familie: Phasianidae (Hühner, Fasane)

Das Altsteirer Huhn

Schon im 14. Jahrhundert wurden Vorläufer des Altsteirers in der Steiermark gehalten. Diese Landhühner gehörten wie böhmische, ungarische, dalmatinische, spanische, schottische und deutsche zu den mitteleuropäischen Landhühnern. Steirischen Landhühner unterschieden sich von deutschen Landhühner durch weiße oder fleischfarbene Beine sowie einer sehr vollen, zartfleischigen Brust. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts begann man aus den steirischen Landhühnern einheitliche Schläge mit beständigen Merkmalen herauszuzüchten. Eine frühe Musterbeschreibung wurde 1894 vom "Ersten Steiermärkischen Geflügelzuchtverein" herausgegeben.

Häufig wurden jedoch aus wirtschaftlichen Gründen auch Blut fremder Rassen eingekreuzt. Armin Arbeiter, Vizepräsident des ersten steiermärkischen Geflügezuchtvereins gelang zu Beginn des vorigen Jahrhunderts mittels Ausschluß Fremdblutes und Ausmerzung untypischer Eigenschaften die Rückführung zweier ursprünglichen Hühnerschläge der Steiermark: Der leicht gebaute Legeschlag aus steirischen Gebirgsland namens Altsteirer sowie der schwere Schlag aus den Tälern der Untersteiermark - der Sulmtaler. Beide Schläge gehören zu den Nordwesteuropaischen Rassen.

Während im derzeit gültigen Standard Altsteirer in den Farbschlägen wildfärbig oder wildbraun sowie weiß vertreten sind, gab es im Standard von 1902 den wildhuhnfarbigen, rotbraunen, roten, gelb gesperberten, weißen, schwarzen, goldenen und silberhalsigen Farbschlag.

Der wildfarbene Altsteirer - Bestand (A): unter 1000 Zuchttiere

Heute noch werden Altsteirer in der schon für ihre Ahnen vorteilhaften langgestreckten Walzenform des Landhuhnschlages gezüchtet.Länge-, Breite- und Tiefe soll sich 8:5:3 verhalten. Brust und Bauch sind beide voll und gerundet. Der Hals wirkt kurz und breit. Der Rücken ist gerade und fällt nach hinten leicht ab, wo der Schwanz breit und voll ansetzt. Die Schenkel sind ziemlich kurz und die Läufe feinknochig von weißer bis fleischfarbiger Farbe. Der Altsteirer ist ein bewegliches, kräftiges Landhuhn mit außergewöhnliche Flugkraft.

1.0 : (2,5 bis 3 kg, 18) Schopf und Schulter sind beim wildfärbigen Hahn kastanienbraun, die verdeckten schwarzen Schaftstriche am Hals, Sattel, Rücken und Flügeldecken rotbraun. Brust, Bauch, Schenkel, Schwanz und Flügeldecken bedeckt ein schwarz mit käfergrünem Glanz. Die Kehllappen sind klein und gut gerundet, die Ohrscheiben sind weiß und möglichst klein. Der Kopf des Altsteirers ist mittelgroß. Hinter dem Kamm ist ein kleiner Federschopf sichtbar. Der Kamm ist beim Hahn aufrechtstehend und steigt nach hinten an, wobei die Fahne nur feingesägt ist. Altsteirer müssen 5 bis 6 kurze Zacken zeigen.

0.1 : (1,5 bis 2,25 kg, 16) Die wildfarbene Henne trägt eine braune Grundfarbe mit schwarzer Rieselung und scharfer, heller Nervzeichnung. Die Brust ist dunkel lachsfarbig, Schenkel und Bauch sind heller und zum After hin ins Graue gehend. Ein Rassemerkmal ist Schopf und Wickelkamm der Henne. Dabei legt sich der Kamm erst in die eine Richtung und dann wiederum zurück in die andere Richtung. Dadurch entsteht die für den Wickelkamm typische Quetschfalte. Bei allen anderen Rassen gilt diese Falte als Fehler. Die Henne legt bei mäßiger Brutlust 180 - 200 Eier pro Jahr. Die Bruteier sind rund 55 Gramm schwer und elfenbeinweiß. Die frohwüchsigen wildfarbenen Kücken tragen den charakteristischen Streifen in der Rückenmitte.

Der weiße Altsteirer - Bestand (A): unter 100 Zuchttiere

Der weiße Altsteirer ist der standardisierte leichte Farbschlag des wildfarbenen Altsteirers. Weiße Altsteirer gelten als akut vom Aussterben bedroht. Engagierte Halter erkannten den optimalen Nutzwert, nur dadurch konnte bis heute eine kleine Restpopulation erhalten werden.

1.0 : 2 -3 kg (18) Anderst als beim wildfarbenen Altsteirer tragen beide Geschlechter des weißen Altsteirers ein glänzend weißes Federkleid. Hals und Schwanz sind gut befiedert, dabei trägt der Hahn reichlich Neben- und gebogene Hauptsicheln. Der Schwanz muss seitlich gesehen schon im Ansatz breit erscheinen. Der Stand ist kaum mittelhoch. Neben dem kleinen Einfachkamm des Hahnes ist der kleine Federschopf charakteristisch für diese Hühnerrasse. Weitere Kopfpunkte sind rotes, feuriges Auge, weiße kleine Ohrlappen und kurze Kehllappen.

0.1 : (1,5 bis 2,25 kg, 16) Bei der Henne ist der Wickelkamm mit der Quetschfalte typisch. Ein kleiner Schopf bei der Henne beider Farbschläge und eine fast nur angedeutete Spitzhaube weisen darauf hin, daß schon sehr früh in der Steiermark Paduaner ähnliche Haubenhühner gezüchtet wurden, die mit zur Entstehung der Altstierer dienten. Die Legeleistung beträgt auch beim weißen Altsteirer durchschnittlich 180 elfenbeinfarbige Eier. Die Kücken schlüpfen in einen einheitlichen, hellgelben Federflaumkleid.

Das Sulmtaler Huhn

Der Ursprung des Sulmtaler Huhns liegt, wie auch des Altsteier Huhns in den Gebieten der heutigen Steiermark. Auf kleinbäuerlichen Höfen in den Tälern der Kaniach, Laßnitz und Sulm wurden schon 1798 Landhühner mit einen Gewicht von bis zu 3,5 bis 4,5 kg gehalten. Das Sulmtaler Huhn galt damals als schwerer Landschlag der Steirerhühner.

Zwischen 1865 und 1875 wurden diesen " vierschrotigen" Landhühnern zunächst fremde Rassen wie die der Chochin, Brahma, Langschan oder Houdans eingekreuzt. Danach versuchte man das Blut der Asiatischen Rassen durch Einkreuzung von Tieren der Rasse Dorking zu verdrängen. Armin Arbeiter, Vizepräsident des ersten steiermärkischen Geflügezuchtvereins gelang um 1900 aus diesen Hühnergemisch in ca. 7 Jahren Zuchtarbeit die Rückführung auf das schwere steirische Landhuhn, dem er den Namen Sulmtaler gab.

Gegen 1914 waren bereits tausende Sulmtaler auf steirischen Geflügelhöfen zu finden. Im Vordergrund stand ein raschwüchsiges, rumpfiges mastfähiges - auf rassemäßige Feinheiten wurde wenig wert gelegt. Nach 1950 verdränge neuartige Hühnerzucht das Sulmtaler Huhn und ließ die Sulmtaler Züchter auf ein Minimum zusammenschrumpfen.

Das Sulmtaler Huhn - weizenfarbig - Bestand (A): 1000 bis 3000 Zuchttiere

Das Sulmtaler Hun ist ein schweres Zwiehuhn (Fleisch- und Eierertrag) mit feinen Knochenbau und glatter weißer Haut. Es ist robust, genügsam, besitzt maßige Brutlust aber gute Brut und Führungseigenschaft.

1.0 : (3,5 bis 4 kg, 20) Der Sulmtaler Hahn zeigt eine geräumige Kastenform mit tiefer breiter Brust im mittelhohen Stand. Der kurze Schwanz mit voller Besichelung kann bis zum rechten Winkel getragen werden. Der Einfachkamm zeigt mehr als drei wenig tief geschnitte Zacken. Augen sind orangerot, Ohrscheiben weiß bis rot,die unbefiederten Läufe fleischfarben mit vier Zehen. Im Gefieder zeigt der Hals und Sattelbehand gold bis rotbraune Töne ohne Schaftzeichnung. Brust, Bauch, Schenkel und Schwanz sind schwarz. Rücken und Schulterdeckgefieder Kastanienbraun, flügelbinden grün glänzend. Ein Geflügeldreieck ergibt sich durch die braune Säumung der Armschwingen.

0.1 : (2,5 bis 3,5kg, 18) Das Gefieder der Sulmtaler Henne zeigt eine aus der Wildfarbe entstandene Weizenfarbe und wird locker getragen. ( Die Weizenfarbe entsteht Aufgrund eines den weiblichen Tieren vorbehaltenen Gens.) Am Kopf befindet sich wie beim Altsteirer der Wickelkamm und ein Federschopf. Die Legeleistung der Sulmtaler Henne ist im ersten Jahr ca. 160 bis 180 rahmfarbige bis hellbraune Eier mit einen Gewicht von 60 Gramm. Die Geschlechter der Nachzucht sind schon früh durch untershciedlich dunkel gefärbte Brauntöne des Gefieders zu erkennen. Die Beringung der Nachzucht erfolgt nach 6 bis 8 Wochen.

Das Sulmtaler Huhn - weiß

Nach Zusammenschluß von Ost und West wurde in Deutschland ein weißer Farbenschlag des Sulmtalers in den Rassegeflügelstandard aufgenommen.

1.0, 0.1 : (20, 18) Beide Geschlechter zeigen ein einheitliches glänzendes Silberweiß. Als grober Fehler gilt ein gelber Anflug oder unreiens Mantelgefieder.

Das "Stoahendl"

Das "Stoahendl" oder "Stoabipperl" ist keine standardisierte Hühnerrasse. In der Steiermark ist dieses Zwerghuhn ist für seine Genügsamkeit und außerordentliche Flugkraft bekannt.

Das "Siebenbürgenhuhn"

"Siebenbürgenhuhner" hießen die zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie gezüchtete Nackhalshuhner. Nackthalshühner fanden im Landstrich Siebenbürgen - heute Rumänien eine große Verbreitung.


ARCHE DE WISKENTALE / Mitglied bei ARCHE NOAH